đż Coworkation in der Nördlichen Oberpfalz
Coworkation = TemporĂ€re Arbeitsgemeinschaften in inspirierenden Umgebungen. Orte, die KreativitĂ€t fördern, Gemeinschaft ermöglichen und Natur als Ressource nutzen. Besonders spannend: Die Potenziale fĂŒr unsere Region. Zwischen Berlin und MĂŒnchen gelegen, mit viel Raum, Natur und engagierten Menschen â könnten wir zur Modellregion fĂŒr neue Arbeitsformen werden? Die Ideen sind da, das Interesse ebenso. Jetzt braucht es Mut, Vernetzung und erste Pilotprojekte. đ±

đżÂ Coworkation in der Nördlichen Oberpfalz
Zwischen Kaffeemaschine, Kreativraum und Kletterfels â Neue Perspektiven fĂŒr Arbeit im lĂ€ndlichen Raum
"Kreatives Arbeiten braucht inspirierende RĂ€ume â jenseits von Home Office und BĂŒro?" Mit dieser Frage startete Felix Hiemeyer, Wissenschaftler an der KU EichstĂ€tt-Ingolstadt, seinen inspirierenden Vortrag ĂŒber die Zukunft des Arbeitens â und ĂŒber ein Konzept, das mehr ist als nur ein Trendbegriff: Coworkation.
đ§Â Warum Coworkation?
Die Arbeitswelt ist im Wandel. Was frĂŒher ein Schreibtisch im BĂŒro war, ist heute oft ein Laptop im Zug, ein CafĂ© mit WLAN oder ein flexibler Arbeitsplatz im Coworking Space. Arbeit wird mobil, vernetzt, sinnorientierter â und immer mehr Menschen suchen Orte, die mehr bieten als nur Internet und einen ergonomischen Stuhl.
Coworkation vereint Arbeit, Gemeinschaft und Freizeit an inspirierenden Orten. Es ist nicht nur Workation â also das Arbeiten im Urlaub â sondern temporĂ€res gemeinsames Arbeiten an einem Ort, der Raum fĂŒr KreativitĂ€t, Austausch und Erholung schafft.
âCoworkation ist mehr als ein neuer Arbeitsmodus â es ist ein Zugang zur gesellschaftlichen Transformationâ, so Hiemeyer.
đ Einblicke aus der Forschung
In seiner wissenschaftlichen Arbeit besuchte Felix Hiemeyer ĂŒber 23 Coworkation-Orte in Europa: vom rustikalen Bauernhof in den Alpen bis zum umgebauten Gutshof an der Ostsee. Was all diese Orte gemeinsam hatten:
- Sie nutzten vorhandene RĂ€ume kreativ um â alte Schulen, Bauernhöfe, GasthĂ€user oder Hotels
- Sie verbanden Arbeit mit Bewegung, Natur und Gemeinschaft
- Sie boten RĂŒckzugsorte UND Begegnungszonen â die Kaffeemaschine als HerzstĂŒck inklusive
âDie besten Ideen entstehen selten im Meetingraum â sondern beim Kaffeekochen, beim Spazieren oder beim gemeinsamen Kochen am Abendâ, erklĂ€rte Hiemeyer.
đČ Und was hat das mit der Nördlichen Oberpfalz zu tun?
Ziemlich viel. Denn unsere Region hat das, was Coworkation braucht: Raum, Ruhe, Natur, bezahlbare Infrastruktur und eine starke Gemeinschaft. Im Austausch mit Vertreter*innen der Schule fĂŒr Hotel- und Tourismusmanagement Wiesau, dem Tourismuszentrum OberpfĂ€lzer Wald und der Steinwald-Allianz wurde deutlich: Das Interesse ist da, das Potenzial riesig.
Die Nördliche Oberpfalz liegt zentral zwischen Berlin und MĂŒnchen â perfekt erreichbar, aber weit genug weg vom GroĂstadtstress, um zur Ruhe zu kommen und neu zu denken.
âWir mĂŒssen den Mut haben, unsere Region als innovativen Lebens- und Arbeitsort zu begreifen â nicht als âRandlageâ, sondern als Freiraum fĂŒr Zukunftsgestaltungâ, war ein Fazit aus der Diskussionsrunde.

đ Erfolgsfaktoren â und Herausforderungen
Coworkation ist kein SelbstlĂ€ufer. Es braucht gute Ideen â aber auch klare Rahmenbedingungen. Hiemeyer benannte drei zentrale Erfolgsfaktoren:
- Transparenz: Ist der Fokus auf Arbeit oder Urlaub? Beides geht â aber es braucht klare Kommunikation.
- Gemeinschaft, Natur und Raum: RĂ€ume, in denen man sich begegnet â und die Freiheit, auch mal allein zu sein.
- Zweckorientierung: Was sollen Menschen dort erleben? Austausch, RĂŒckzug, Inspiration?
â ïžÂ Chancen und Risiken
Richtig umgesetzt, kann Coworkation:
- Neue Zielgruppen ansprechen, z.âŻB. digitale Nomaden, Freelancer, Unternehmen mit mobilen Teams
- LĂ€ngere Aufenthaltsdauer in der Region erzeugen (wichtiger Faktor fĂŒr Tourismus & Wirtschaft)
- Innovationen fördern, indem interdisziplinÀre Menschen zusammenkommen
Aber: Die Gefahr von Selbstausbeutung, Leistungsdruck oder reiner âInstagramisierungâ besteht. Nicht jeder Ort muss hipp oder hochglanzpoliert sein â im Gegenteil:
âGerade RĂ€ume mit Ecken, Kanten und Geschichte bieten viel mehr AnknĂŒpfungspunkte als der sterile Coworking-Tower mit Glasfassadeâ, so Hiemeyer.
đ±Â Wie gehtâs weiter?
Coworkation ist kein fertiges Produkt. Es ist eine Einladung zum Ausprobieren, Mitgestalten und Wachsen. Und genau das möchten wir im Coworking Kemnath gemeinsam mit unseren Partner*innen tun: Impulse geben, Orte schaffen, Visionen ausprobieren.
Vielleicht entstehen bald erste Pilotprojekte im Steinwald oder im Naturpark OberpfĂ€lzer Wald? Vielleicht wird aus einem alten Ferienhof ein kreatives Camp fĂŒr Projektteams oder aus einer Pension ein Retreat fĂŒr soziale Innovationen?
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đŁÂ Du willst mitgestalten?
Du hast Ideen, RĂ€ume oder einfach Lust, an diesem Zukunftsthema mitzuarbeiten?
Dann komm gern auf uns zu â oder besuche uns bei einem der nĂ€chsten Events im Coworking Kemnath.