Coworking Kemnath
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🌿 Coworkation in der Nördlichen Oberpfalz

Coworkation = TemporĂ€re Arbeitsgemeinschaften in inspirierenden Umgebungen. Orte, die KreativitĂ€t fördern, Gemeinschaft ermöglichen und Natur als Ressource nutzen. Besonders spannend: Die Potenziale fĂŒr unsere Region. Zwischen Berlin und MĂŒnchen gelegen, mit viel Raum, Natur und engagierten Menschen – könnten wir zur Modellregion fĂŒr neue Arbeitsformen werden? Die Ideen sind da, das Interesse ebenso. Jetzt braucht es Mut, Vernetzung und erste Pilotprojekte. đŸŒ±

Thomas Völkl
4 Min. LesezeitBearbeitet am 25. Juni 2025
🌿 Coworkation in der Nördlichen Oberpfalz

🌿 Coworkation in der Nördlichen Oberpfalz

Zwischen Kaffeemaschine, Kreativraum und Kletterfels – Neue Perspektiven fĂŒr Arbeit im lĂ€ndlichen Raum

"Kreatives Arbeiten braucht inspirierende RĂ€ume – jenseits von Home Office und BĂŒro?" Mit dieser Frage startete Felix Hiemeyer, Wissenschaftler an der KU EichstĂ€tt-Ingolstadt, seinen inspirierenden Vortrag ĂŒber die Zukunft des Arbeitens – und ĂŒber ein Konzept, das mehr ist als nur ein Trendbegriff: Coworkation.

🧭 Warum Coworkation?

Die Arbeitswelt ist im Wandel. Was frĂŒher ein Schreibtisch im BĂŒro war, ist heute oft ein Laptop im Zug, ein CafĂ© mit WLAN oder ein flexibler Arbeitsplatz im Coworking Space. Arbeit wird mobil, vernetzt, sinnorientierter – und immer mehr Menschen suchen Orte, die mehr bieten als nur Internet und einen ergonomischen Stuhl.

Coworkation vereint Arbeit, Gemeinschaft und Freizeit an inspirierenden Orten. Es ist nicht nur Workation – also das Arbeiten im Urlaub – sondern temporĂ€res gemeinsames Arbeiten an einem Ort, der Raum fĂŒr KreativitĂ€t, Austausch und Erholung schafft.

„Coworkation ist mehr als ein neuer Arbeitsmodus – es ist ein Zugang zur gesellschaftlichen Transformation“, so Hiemeyer.

🔍 Einblicke aus der Forschung

In seiner wissenschaftlichen Arbeit besuchte Felix Hiemeyer ĂŒber 23 Coworkation-Orte in Europa: vom rustikalen Bauernhof in den Alpen bis zum umgebauten Gutshof an der Ostsee. Was all diese Orte gemeinsam hatten:

  • Sie nutzten vorhandene RĂ€ume kreativ um – alte Schulen, Bauernhöfe, GasthĂ€user oder Hotels
  • Sie verbanden Arbeit mit Bewegung, Natur und Gemeinschaft
  • Sie boten RĂŒckzugsorte UND Begegnungszonen – die Kaffeemaschine als HerzstĂŒck inklusive

„Die besten Ideen entstehen selten im Meetingraum – sondern beim Kaffeekochen, beim Spazieren oder beim gemeinsamen Kochen am Abend“, erklĂ€rte Hiemeyer.

đŸŒČ Und was hat das mit der Nördlichen Oberpfalz zu tun?

Ziemlich viel. Denn unsere Region hat das, was Coworkation braucht: Raum, Ruhe, Natur, bezahlbare Infrastruktur und eine starke Gemeinschaft. Im Austausch mit Vertreter*innen der Schule fĂŒr Hotel- und Tourismusmanagement Wiesau, dem Tourismuszentrum OberpfĂ€lzer Wald und der Steinwald-Allianz wurde deutlich: Das Interesse ist da, das Potenzial riesig.

Die Nördliche Oberpfalz liegt zentral zwischen Berlin und MĂŒnchen – perfekt erreichbar, aber weit genug weg vom Großstadtstress, um zur Ruhe zu kommen und neu zu denken.

„Wir mĂŒssen den Mut haben, unsere Region als innovativen Lebens- und Arbeitsort zu begreifen – nicht als ‚Randlage‘, sondern als Freiraum fĂŒr Zukunftsgestaltung“, war ein Fazit aus der Diskussionsrunde.

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🔑 Erfolgsfaktoren – und Herausforderungen

Coworkation ist kein SelbstlĂ€ufer. Es braucht gute Ideen – aber auch klare Rahmenbedingungen. Hiemeyer benannte drei zentrale Erfolgsfaktoren:

  1. Transparenz: Ist der Fokus auf Arbeit oder Urlaub? Beides geht – aber es braucht klare Kommunikation.
  2. Gemeinschaft, Natur und Raum: RĂ€ume, in denen man sich begegnet – und die Freiheit, auch mal allein zu sein.
  3. Zweckorientierung: Was sollen Menschen dort erleben? Austausch, RĂŒckzug, Inspiration?

⚠ Chancen und Risiken

Richtig umgesetzt, kann Coworkation:

  • Neue Zielgruppen ansprechen, z. B. digitale Nomaden, Freelancer, Unternehmen mit mobilen Teams
  • LĂ€ngere Aufenthaltsdauer in der Region erzeugen (wichtiger Faktor fĂŒr Tourismus & Wirtschaft)
  • Innovationen fördern, indem interdisziplinĂ€re Menschen zusammenkommen

Aber: Die Gefahr von Selbstausbeutung, Leistungsdruck oder reiner „Instagramisierung“ besteht. Nicht jeder Ort muss hipp oder hochglanzpoliert sein – im Gegenteil:

„Gerade RĂ€ume mit Ecken, Kanten und Geschichte bieten viel mehr AnknĂŒpfungspunkte als der sterile Coworking-Tower mit Glasfassade“, so Hiemeyer.

đŸŒ±Â Wie geht’s weiter?

Coworkation ist kein fertiges Produkt. Es ist eine Einladung zum Ausprobieren, Mitgestalten und Wachsen. Und genau das möchten wir im Coworking Kemnath gemeinsam mit unseren Partner*innen tun: Impulse geben, Orte schaffen, Visionen ausprobieren.

Vielleicht entstehen bald erste Pilotprojekte im Steinwald oder im Naturpark OberpfĂ€lzer Wald? Vielleicht wird aus einem alten Ferienhof ein kreatives Camp fĂŒr Projektteams oder aus einer Pension ein Retreat fĂŒr soziale Innovationen?

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