Vom Zettel zur Strategie: Was wir bei der ersten GründerWerkstatt gelernt haben

    Viele Ideen, ein starker Impuls, ein klarer Befund: Starten schlägt Warten. Rückblick auf GründerWerkstatt #1 im Coworking Kemnath.
    3 min Lesedauer 20. April 2026
    Aktualisiert: 20. April 2026
    Von Coworking Kemnath
    Event
    Gründer
    StartUp
    GründerWerkstatt
    GründerInnen
    Vom Zettel zur Strategie: Was wir bei der ersten GründerWerkstatt gelernt haben

    Vom Zettel zur Strategie: Was wir bei der ersten GründerWerkstatt gelernt haben

    Es war der Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe im Coworking Kemnath – und er hat gezeigt, dass im ländlichen Raum mehr passiert, als viele denken. Viele interessierte Menschen mit Ideen, Plänen und dem Mut, sie laut auszusprechen, haben sich zur ersten GründerWerkstatt zusammengefunden. Kein Frontalunterricht, kein Powerpoint-Schlaf – sondern echte Impulse, ehrliche Gespräche und ein Raum, in dem Ideen atmen dürfen.

    Den Auftakt machte Dr. Stefan Uebelacker – Unternehmer, Digitalisierer, Pragmatiker. Jemand, der nicht nur über Gründen redet, sondern es selbst mehrfach gemacht hat.

    Die harte Wahrheit zuerst

    Stefan startete mit einer Zahl, die sich niemand gerne anhört: Nach fünf Jahren sind zwei Drittel aller Gründerinnen und Gründer nicht mehr am Markt. Weg. Aufgehört. Gescheitert.

    Gute Nachricht: Im ländlichen Raum sehen die Überlebensraten etwas besser aus. Schlechte Nachricht: „Etwas besser" reicht nicht als Plan. Was also tun? Stefan war klar: Es wird geil – aber es wird auch Phasen geben, in denen es nach unten geht. Wer das weiß, ist vorbereitet.

     

    Das Geschäftsmodell als Baum

    Eines der stärksten Bilder des Abends: Das Geschäftsmodell als Baum.

    • Die Wurzeln sind die unveränderliche Grundlage – das, was dein Modell trägt.
    • Der Stamm steht fest, auch wenn es windig wird. Das ist dein Kern – deine Geschäftsidee
    • Die Äste wachsen, können abfallen, sich neu entwickeln.
    • Die Blätter verändern sich mit den Jahreszeiten – so wie dein Modell auf Marktveränderungen reagieren muss.

    Und: Ein Baum steht selten allein im Wald. Er braucht Licht, Wasser, Nährstoffe – und manchmal andere Bäume um sich herum. Gründen ist kein Einzelsport.

     

    Tools, die wirklich helfen

    Zwei Frameworks, die Stefan mitgebracht hat – und die du dir merken solltest:

    Business Model Canvas (Alexander Osterwalder): Das Herzstück ist deine Idee. Darum herum ordnest du Partner, Kanäle, Kosten, Einnahmen. Ein Blatt. Ein Überblick. Hier kannst du ihn direkt runterladen und loslegen.

    Lean Canvas: Der entscheidende Unterschied – du startest mit dem Problem, nicht der Lösung. Das klingt simpel, ist aber brutal hilfreich. Wer eine Lösung hat, aber kein echtes Problem dahinter, hat ein ernstes Problem.

     

    Klug kopieren statt neu erfinden

    Stefan zeigte eine Reihe bekannter Geschäftsmodellmuster – und seine Empfehlung war eindeutig:

    • No Frills (IKEA, Aldi): Ein Modell. Kein Schnickschnack. Konsequent.
    • Razor & Blade (Gilette, Drucker): Einstieg günstig – Nachfolgeprodukte bringen das Geld.
    • Nische: Oft unterschätzt. Oft sehr, sehr lukrativ.

    Und dann noch der Klassiker, der viral ging: The Million Dollar Homepage. Eine Website mit einer Million Pixel, einzeln verkauft. Absurd. Genial. Erfolgreich.

    Fazit: „Besser gut kopiert als selbst schlecht gemacht." Kein Grund, das Rad neu zu erfinden – aber ein sehr guter Grund, es auf die eigene Situation anzupassen. Ob Red Ocean oder Blue Ocean – entscheidend ist nicht, wo du schwimmst, sondern dass du weißt, warum du dort bist.

     

    Aus Fehlern wird man klug – wenn man sie zulässt

    Stefan hat in seiner Laufbahn selbst Fehler gemacht – und er hat sie offen auf den Tisch gelegt. Verpasste Chancen, Präsentationen die nicht ankamen, Kunden die gegangen sind. Die Botschaft dahinter: Fail Fast. Fehler als Chance sehen. Und verdammt nochmal beweglich bleiben, wenn der Markt dir ein Signal gibt.

     

    Die wichtigste Empfehlung des Abends

    Wenn du eine Idee hast – fang an.

    Nicht irgendwann. Nicht wenn alles perfekt ist. Nicht wenn du alle Antworten hast. Sondern jetzt. So schnell wie möglich. Der Markt gibt dir mehr Feedback als jede Theorie.

     

    Du warst nicht dabei? Dann komm beim nächsten Mal.

    Die GründerWerkstatt ist eine Reihe – und die nächste Runde findet am 19. Mai 2026 statt. Kostenlos, wieder im Coworking Kemnath, wieder mit echten Impulsen und Menschen, die es ernst meinen.

    Meld dich jetzt an: coworking-kemnath.de/events/gruenderwerkstatt-kemnath-kostenlos-19-05-2026

    Oder schick diesen Artikel an jemanden, dem du schon lange sagst: „Du solltest das wirklich mal machen." Jetzt hast du den Beweis, dass hier was passiert.