Von Brasilien in die Nordoberpfalz: Patricia Destro Gropengiesser und ihre süße Erfolgsgeschichte

    Mut, Leidenschaft und viel Schokolade – beim neuesten Event der Reihe „Ich bin gerne Chefin" begeisterte die Gründerin von Choclatina mit ihrer inspirierenden Geschichte
    5 min Lesedauer 28. November 2025
    Aktualisiert: 1. Dezember 2025
    Von Coworking Kemnath
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    Von Brasilien in die Nordoberpfalz: Patricia Destro Gropengiesser und ihre süße Erfolgsgeschichte

    Ein Abend voller Inspiration, wertvoller Einblicke und natürlich köstlicher Schokolade – die Veranstaltungsreihe „Ich bin gerne Chefin" setzte ihre Erfolgsgeschichte im Coworking Kemnath fort. Gemeinsam mit dem Campus Kemnath der OTH Amberg-Weiden wurde diesmal Patricia Destro Gropengiesser eingeladen, deren Weg von Brasilien über Tübingen bis nach Falkenberg führte – und der zeigt, wie aus einer Leidenschaft ein florierendes Unternehmen werden kann.

     

    Networking und Austausch als Erfolgsfaktoren

    Thomas Völkl, Geschäftsführer des Coworking Kemnath, und Prof. Dr. Christiane Hellbach, Vizepräsidentin der OTH Amberg-Weiden, eröffneten den Abend mit klaren Worten: Vernetzung und Austausch sind zentrale Bausteine für den unternehmerischen Erfolg. Bewusst wurde mit „Ich bin gerne Chefin" ein Format auch in Kemnath etabliert, welches Gründerinnen und Entscheiderinnen eine Plattform bietet – und das seit vielen Jahren erfolgreich Frauen in der Region zusammenbringt.

     

    Eine Leidenschaft, die Grenzen überwindet

    Patricia Destro Gropengiesser erzählte ihre Geschichte mit einer Offenheit und Begeisterung, die sofort alle im Raum mitnahm. Als Lebensmittelingenieurin aus Brasilien kam sie 2014 nach Deutschland – der Liebe wegen, nachdem sie ihren Mann während dessen Auslandssemester in San Diego kennengelernt hatte. Nach zwei Jahren Fernbeziehung traf sie die mutige Entscheidung, ihre Heimat zu verlassen und in Deutschland ein neues Leben zu beginnen.

    „Die deutsche Sprache war meine erste große Herausforderung", erzählte Patricia. Zwei Jahre lang besuchte sie Deutschkurse – und brachte dabei stets selbstgemachte Schokolade mit. Was als kleine Geste begann, wurde schnell zum Gesprächsthema: Ihre Kursteilnehmer wollten die Schokolade kaufen. Patricia war dann aber auch überrascht zu erfahren, wie der Verkauf von Lebensmitteln in Deutschland reguliert ist und man nicht einfach so ein Geschäft eröffnen kann.

     

    Der steinige Weg zur Selbstständigkeit

    Was folgte, war ein Parcours durch deutsche Bürokratie und Handwerksordnung. In Tübingen versuchte Patricia, ihre brasilianische Ausbildung anerkennen zu lassen – doch es fehlte die praktische Erfahrung in Deutschland. Die Suche nach einer Konditorlehre gestaltete sich schwierig, bis sich durch Zufall eine Tür öffnete: Ein Praktikum ermöglichte ihr die notwendige Praxiserfahrung, wodurch die Handwerkskammer schließlich ihr Studium anerkannte und eine selbstständige Tätigkeit in Deutschland ermöglichte.

    Ein Gründerkurs bei der IHK in Baden-Württemberg brachte zunächst mehr Verwirrung als Klarheit. „Steuern, Buchhaltung – das alles machte mich unsicher", erinnert sich Patricia. Doch ihr Mut siegte: Nach dem Umzug nach Regensburg wagte sie 2017 den Schritt und gründete als eingetragene Kauffrau ihr Unternehmen. Da in Regensburg alles zu teuer für den Start war, fand sie in Falkenberg die perfekte Lösung – ihre Schwiegereltern stellten ihr einen Raum zur Verfügung. ChocLatina war geboren.

     

    Familie als Fundament

    „Alles, was ich gemacht habe, war nur mit der Unterstützung meiner Familie möglich", betont Patricia. Besonders ihr Ehemann, ihre Eltern und Schwiegereltern gaben ihr kontinuierlich Mut und Rückhalt. Diese Unterstützung erwies sich als unverzichtbar, als gleich nach der Eröffnung Corona kam – und Patricia schwanger wurde. Ohne Onlineshop und mit geschlossenen Weihnachtsmärkten Ende 2020 stand das junge Unternehmen vor enormen Herausforderungen.

     

    Wachstum durch Struktur und Leidenschaft

    Lange Zeit arbeitete Patricia allein, doch seit über einem Jahr hat sie eine Mitarbeiterin – und damit kam auch mehr Struktur ins Unternehmen. „Ich habe gelernt, dass nicht alles immer zu 100 Prozent strukturiert sein muss", sagt sie mit einem Lächeln. Vieles entstehe bei ihr spontan aus dem Bauchgefühl heraus – die Struktur komme dann nach.

    Heute produziert Choclatina etwa 1.500 Pralinen pro Woche. Die Inspiration für ihre Kreationen holt sich Patricia aus ihrer Kindheit in Brasilien, wo sie bei ihren Großeltern die Leidenschaft für Süßigkeiten und Küche entdeckte. Bevor eine neue Praline entsteht, zeichnet sie diese zunächst auf Papier – dann folgen Tests und Anpassungen. Die Produktpalette wechselt zwischen Herbst/Winter und Frühling/Sommer, wobei Patricia kontinuierlich neue Geschmacksrichtungen notiert und ausprobiert.

     

    Regionale Verwurzelung und große Visionen

    Besonders stolz ist Patricia auf ihre vielen Stammkunden aus der Region und auf Firmenkunden, die ihr die Treue halten. Bewusst bezieht sie ihre Verpackungen in Deutschland und setzt auf Regionalität. Seit kurzem ist die Manufaktur in Falkenberg auch freitags geöffnet, damit Kunden vorbeischauen können. Für dieses Jahr sind zudem Workshops geplant, und Patricia träumt von einem eigenen Café.

    Die Herstellung selbst beschrieb Patricia poetisch: „Die Schokolade wird mit verschiedenen Temperaturen bearbeitet, dabei tanzen die Moleküle miteinander und verbinden sich – so entsteht diese glänzende Oberfläche." Alkohol verwendet sie bewusst nicht in ihren Produkten.

    Hat Patricia eine Vision für die Zukunft? „Ja, ich habe Ambitionen", sagt sie entschlossen. Die Nachfrage zum Jahresende zeige, dass Wachstum möglich ist. Gleichzeitig achtet sie darauf, nicht wieder so viel zu arbeiten wie in den ersten Jahren – die Balance ist ihr wichtig geworden. Was aktuell produziert wird, hat sie bereits ein halbes Jahr vorher geplant – die Pralinen für das kommende Ostern wurden bereits im Herbst konzipiert.

     

    Ein Abend, der inspiriert

    Patricias Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass der Weg in die Selbstständigkeit selten geradlinig verläuft – aber mit Leidenschaft, Durchhaltevermögen und der richtigen Unterstützung zum Erfolg führen kann. Die Veranstaltung bot nicht nur spannende Einblicke in die Welt der Schokoladenherstellung, sondern vor allem Mut und Motivation für alle anwesenden Gründerinnen und Unternehmerinnen. Andrea Schild-Janker vom Campus Kemnath bedankte sich am Ende des wertschätzenden und inspirierenden Abends bei Patricia. „Wir sind begeistert vom Erfolg dieser Veranstaltungsreihe und werden auch kommendes Jahr viele Ideen dazu gaben. Und immer gerne auch im Coworking Kemnath – einem Ort, an dem wir uns einfach wohl fühlen!“

     

    Vorschau: Magic Ladys Power Day

    Die nächste Gelegenheit zum Vernetzen und Inspirieren lassen kommt schon bald: Der Magic Ladys Power Day findet am Fr., 13. März 2026 ebenfalls im Coworking Kemnath statt. Ein Event, der Frauen stärkt, vernetzt und mit neuer Energie versorgt – seien Sie dabei!

     


    Sie möchten bei der nächsten Veranstaltung von „Ich bin gerne Chefin" dabei sein oder mehr über das Coworking Kemnath erfahren? Weitere Informationen finden Sie auf coworking-kemnath.de.